Mexiko / Zentrales Mexiko / Michoacán
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Donnerstag, 22. Juni 2017

Michoacán

Blick auf das Zentrum von Morelia
Blick auf das Zentrum von Morelia
Kirche in Morelia
Kirche in Morelia
Monarchfalter in der Nähe von Morelia
Monarchfalter Michoacán
Gitarrenbauer in Paracho
Gitarrenbauer in Paracho

Michoacán ist bekannt für das stets moderate Klima. Auf den Berg­spitzen zwischen Morelia und Toluca geben sich die Monarch-Falter jedes Jahr von November bis Februar ein faszinie­rendes Stell­dichein. Verteilt auf vielen tausend Bäumen über­wintern hier Millionen von Schmetter­lingen und verwandeln die Kiefern­wälder in ein schwarz-orangenes Farben­meer.

Uruapan gilt als die Avocado-Hauptstadt Mexikos, während der Gitarren­bau in Paracho groß geschrieben wird. Auch die Maca­damia-Nüsse des Staates sind weltbekannt.

Spricht man über Michoacán, so darf die koloniale Schönheit Morelia im Tal von Guyangareo nicht fehlen. Mit heute über 600.000 Einwohnern wurde die Uni­versitäts­stadt 1541 ursprünglich als Valladolid gegründet und 1828 zu Ehren des mexika­nischen Unab­hängig­keits­kämpfers José María Morelos y Pavón in Morelia umbenannt. Die breiten Pracht­straßen des histo­rischen Stadt­kerns werden gesäumt von unzähligen histo­rischen Gebäuden mit grandiosen Barock­fassaden und aufwen­digen Stuck­verzierungen. Die von der Unesco 1991 zum Welt­kultur­erbe erklärte Alt­stadt, die durch die rosa-bräunliche Färbung des Trachyt­gesteins sehr einheit­lich wirkt, spiegelt in jeder Hinsicht den Wohl­stand der spanischen Oberklasse aus dem 16.-19. Jahr­hunderts wider. Alle Straßen und Avenidas zeugen von einer tiefen Religiosität der Einwohner Morelias, führen sie doch unweiger­lich zu einem Schrein oder einer Kirche.

So beginnt denn auch unser Rundgang durch das historische Stadtzentrum in der Kirche Santuario de Nuestra Señora de Guadalupe, einer äußerst farben­prächtigen Kirche, die bereits 1702 errichtet, aber erst 1915 von dem regionalen Künstler Don Joaquín Orta im heutigen Stil dekoriert wurde. Hier trifft franzö­sischer Rokoko auf den traditio­nellen Stil der örtlichen Kunst­hand­werker – eigen­willig, farben­froh und sehr interessant! Über die Calzada Fray Antonio de San Miguel, eine Fuß­gänger­zone aus dem Jahre 1732, flanieren wir zum eigent­lichen Zentrum Morelias. Immer wieder ist dabei das ca. 2000 Metern lange, 253 Bögen zählende Aquädukt zu sehen. Der Bau wurde 1785 von Bischof Fray Antonio befohlen, um die Stadt mit Trink­wasser zu versorgen und den Indígenas Arbeit zu verschaffen.

Weiter geht es zum regionalen Süßwaren­museum, wo Sie typisch mexika­nische Süßig­keiten, wie die schneid­bare Gelpaste Ates, Laminilla oder auch den Brot­pudding Capirotada, probieren. Gestärkt wandern wir weiter zu dem Kirchen­kloster San Francisco; 1531 begannen die Franzis­kaner mit dem Bau im plateresken Stil und schufen hier das erste Kloster im damaligen Valla­dolid. Heute ist hier die Casa de las Artesanías de Michoacán unter­gebracht mit einer großen Kunst­hand­werk-Sammlung des Bundes­staates, Werkstätten frei­schaffender Kunst­hand­werker und vielen kleinen Geschäften, die zum Bummeln einladen.
Mit dem Besuch der beein­druckenden Kathe­drale am belebten Zócalo von Morelia endet unser Rundgang.